Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft

Nach einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) begegnen die meisten Deutschen der Digitalisierung mit weniger Skepsis als anderen Veränderungsprozessen. Die Mehrheit der Berufstätigen begrüßt die Veränderung der Arbeitswelt durch das Internet und digitale Technologien.

Die Arbeitswelt ist derzeit von starken Veränderungsprozessen geprägt. Unter dem Stichwort Arbeit 4.0 werden insbesondere die Digitalisierung und Vernetzung von Arbeitsprozessen intensiv diskutiert. Um zu prüfen, inwieweit die Berufstätigen diese Veränderungsprozesse bereits in ihren Betrieben erleben und wie sie die zukünftige Entwicklung ihres Tätigkeitsfeldes einschätzen, beauftragte die INSM das Institut für demoskopie Allensbach mit einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage. Die Untersuchung stützt sich auf 1.437 Interviews mit einem repräsentativen Querschnitt der Bevölkerung ab 16 Jahre, davon 827 Interviews mit Berufstätigen. Die Interviews wurden im April 2016 durchgeführt.

Die Digitalisierung verändert qualifizierte Jobs wesentlich stärker als einfache Tätigkeitsbereiche.

Arbeit im Wandel

Die große Mehrheit der Berufstätigen ist weit überwiegend zufrieden mit der eigenen beruflichen Situation. Gebeten, die eigene Arbeitszufriedenheit anhand einer Skala von null („überhaupt nicht zufrieden“) bis zehn („völlig zufrieden“) zu beschreiben, wählen 45 Prozent aller Berufstätigen die höchsten Skalenstufen acht bis zehn, sind also besonders zufrieden mit ihrer beruflichen Situation. Weitere 45 Prozent wählen die mittleren Skalenstufen von vier bis sieben, und lediglich 8 Prozent sind derart unzufrieden mit der eigenen Tätigkeit, dass sie eine der niedrigen Skalenstufen null bis drei wählen. Im Durchschnitt beschreiben die Berufstätigen auf dieser elfstufigen Skala ihre Arbeitszufriedenheit mit der hohen Skalenstufe 7,0. Führungskräfte, wie leitende Angestellte oder Beamte, sind besonders zufrieden mit ihrer beruflichen Situation. Die Arbeitszufriedenheit von einfachen, angelernten Arbeitern hingegen ist deutlich geringer.

Keine andere Entwicklung verändert die Arbeitswelt zurzeit so gravierend wie die Digitalisierung und Vernetzung von Arbeitsabläufen und -prozessen. Mehr noch als die allgemeinen Veränderungen registrieren die Berufstätigen, dass sich ihre Arbeit durch das Internet und andere digitale Technologien verändert hat. 43 Prozent aller Berufstätigen haben den Eindruck, dass sich ihre berufliche Tätigkeit durch die Digitalisierung stark oder sogar sehr stark verändert hat. Doch nicht alle Berufsgruppen sind von den Veränderungen in gleichem Maße betroffen. Die Digitalisierung verändert qualifizierte Jobs wesentlich stärker als einfache Tätigkeitsbereiche. Entsprechend bilanzieren auch 61 Prozent der Angestellten und Beamten mit Führungsverantwortung, dass sich ihre berufliche Tätigkeit durch die Digitalisierung stark verändert hat, 21 Prozent von ihnen empfinden die Veränderungen sogar als besonders stark. Arbeiter, die einfache Tätigkeiten ausführen, spüren diese Veränderungen hingegen weit weniger: Von ihnen geben lediglich 16 Prozent zu Protokoll, dass sich ihre Arbeit durch das Internet und andere digitale Technologien (sehr) stark verändert habe; zwei Drittel von ihnen erkennen nur wenige oder gar keine Veränderungen.Noch stärker als heute werde es die Zukunftstechnologie ermöglichen, enge persönliche Kontakte über Raum und Zeit hinweg zu pflegen, stellt das „Adp Research Institute“ fest. Entsprechend könnten Soziale Medien – Stichwort „Enterprise 2.0“ – zur Schaffung von Kollaborationsplattformen eingesetzt werden, um die Vernetzung der Mitarbeiter weiter zu fördern. Zudem gehen die Adp-Forscher davon aus, dass Unternehmen neue technologische Errungenschaften – etwa spezielle Echtzeit-Sensoren – in Zukunft einsetzten würden, um einerseits das Betriebliche Gesundheitsmanagement zu stärken und andererseits die Leistungsfähigkeit von Teams und Einzelpersonen zu verbessern.

Eines der gewichtigsten Potentiale der Technologie liege allerdings in der Möglichkeit einer Automatisierung von Arbeitsprozessen: So könnten intelligente und untereinander kommunizierende Maschinen schon bald den Menschen bei gewissen Arbeitsabläufen ersetzen – Industrie 4.0 sowie Innovationen im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) seien die Themenfelder, die es in diesem Kontext weiter zu beobachten gelte.

Weitere Informationen und der Download der Studie unter:

http://www.insm.de